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Das ehemalige Kurfürstliche Jagdhaus ein Stück Elmsteiner Geschichte


 „Kurhaus v. J. Detzer“ Original Postkarte aus dem Jahr 1904

   Liebe Gäste,
sie befinden sich hier an einem geschichtsträchtigen und traditionsreichen Platz im Dörflein Elmstein im Pfälzer Wald.

  Vor fast über eintausend Jahren führte der Weg vom Oberamt Neustadt, welchem das Dörflein Elmstein in der Pfalzgrafschaft unterstand, durch das Elmsteiner Tal entlang des Speyerbachs. 

Nach Theodor Karst in „Das kurpfälzische Oberamt Neustadt an der Haardt“ zählte zu den Aufgaben dieses Oberamtes unter anderem das „kurpfälzische Geleit“, für welches Gebühren erhoben wurden.

Eines der Geleite führte über Elmstein nach Johanniskreuz.

Zum Schutz der Reisenden (der nördliche Pfälzer Jakobspilgerweg führt hier entlang), in der Regel aber Händler und Kaufleute, aber auch Beamte und Adelige wurden auf Geheiß des Pfalzgrafen, Forstknechte aus dem Forstbezirk Elmstein beauftragt diese Gäste zu begleiten. Diese pfalzgräflichen Rechte bestanden auf Elmstein seit 1190.

  Auch als die Burg Elmstein mit der Ansiedelung als Lehen abgegeben wurde hatten diese pfalzgräflichen Rechte, bis in die kurfürstliche Zeit Bestand. Deshalb war in Elmstein eine Zollstation, also auf halbem Weg zwischen Neustadt und über Johanniskreuz nach Kaiserslautern, in welcher neben dem Warenzoll auch der Geleitzoll erhoben und entrichtet wurde.

Es ist sehr wahrscheinlich das hierfür ein (Amts-)Gebäude vorhanden war, welches an der Talstrasse für die Trinkwasserentnahme an einer Quelle oder einem klaren Bach und für die Abfallbeseitigung am Speyerbach gelegen sein musste. Es ist weiterhin anzunehmen, dass diese Zollstation sich hier an dieser Stelle am Weg, zwischen Speyerbach und Elmsteiner Burg befand und dass den Reisenden zu jener Zeit Speise, Trank und Unterkunft gewährt wurden.       
  Im Buch „Urkundliche Geschichte der Burgen und Bergschlösser“ von J.G. Lehmann erschienen 1857 in Kaiserslautern finden wir auf Seite 379 die zur Zeit erste Erwähnung des Hauses mit Datum  

„Heydelberg den 23ten Monats Augusti Anno 1566:

Derselbe Kurfürst (gemeint ist Kurfürst Friederich der III.) gestattete und erlaubte dem ihm, als ehemaligen Bewohner der Falkenburg (wegen der aneinander gränzenden beträchtlichen Waldungen), befreundeten Grafen Hanns Heinrich von Leiningen > zu einer Ergötzung < im Jahr 1566 die Jagd, mit alleiniger Ausnahme der Auerhahnen, in dem elbsteiner gewälde um sie entweder selbst auszuüben, oder durch zwei Wildschützen betreiben zu lassen und sich dabei auch der fürstlichen Herberge daselbst zu bedienen, wo ihm aber nur das rauhe Futter gereicht werden sollte, jedoch alles dieses bis auf des Landesherrn Widerruf. 

Seit 1590 (Kurfürst Johann Casimir der viel besungene „Jäger aus Kurpfalz“) gehört die Burg Elmstein, das Dorf Elmstein mit den Weihern Iggelbach und Appenthal wieder zum ausschließlichen Amtsgebiet des Oberamtes Neustadt. Im Stadt-Archiv Speyer aus dem Schatzungsbuch Nr. 41 lesen wir:

Der Forstmeister war in Germersheim, Unterforstmeister gab es in Germersheim und in Neustadt. Im Elmsteiner Tal gab es gehende und reitende Förster, gehender Förster zu Elmstein war 1581 Moritz SCHNEIDER und (z.Z. Johann Casimir’s) war Theobald STABEN Forstknecht in Elmstein.

1584 tauchen aus dem Dunkel der Geschichte als Forstknechte auf, wieder Moritz SCHNEIDER und dazu Heinrich FICKHARDT. Nach dem alles verheerenden sogenannten 30jährigen Krieg gegen Land und Leute (1618 – 1648, in welchem, bis auf sieben Familien die gesamte Bevölkerung des Tales ausgerottet worden sein soll, wurde auch dieses Haus wahrscheinlich zerstört.) wird Lorenz HACKH 1698 und 1717 als Forstknecht erwähnt.

So haben wir 2 Hinweise auf ein (kur)fürstliches Haus in Elmstein ein                                                                                                          1. ein Amtsgebäude der pfalzgräflichen und später kurfürstlichen Verwaltung (Zollstation)
2. ein Gebäude der Forstmeisterei für den Förster in Elmstein

   Als um 1730 das jetzt bestehende Haus als Kurfürstliches Jagdhaus erbaut wurde nahm der kurfürstliche Hof zu Heidelberg somit eine alte Tradition wieder auf.
Aus dem Chur-Pfälzischen Hoff- und Staatskalender entnehmen wir:
dass zwischen 1755 –1770 ein Johann Friedrich HAAG in Elmstein Forstknecht war.

Während Zeiten der kurpfälzischen Herrschaft war der Katholizismus in der Kurpfalz untersagt. Im Erdgeschoss vom Dorf ausgesehen unten links, des Kurpfälzischen Jagdhauses, soll die Försterdynastie Haag schon ab 1698  katholischen Gottesdienst abgehalten haben, ( wer, wann und wie lang ist allerdings nicht belegt;-  aber sie haben somit den alten Jakobs-Pilger-Weg wiederbelebt). 

   J. Detzer, der ehemalige Gemeindesekretär von Elmstein, erwarb 1899 vom Bayrischen Staat das alte Forstamt Elmstein mit Forstwohnung und Burg, um seine Idee von einen Kurhaus zu verwirklichen.

In den 20iger und 30iger Jahren des 20. Jhds. wurden hier Tanzstunden und Kochkurse abgehalten.

   1956 erwarb der Bäckermeister Lorenz Damm dieses Anwesen, und eröffnete in den ehemaligen Stallungen 1963 "die Elmsteiner Filmbühne" das einzige Dorfkino im Elmsteiner Tal. 

   1979 kaufte der Förderverein Projekt internationales Medienzentrume.V. das Anwesen und betrieb bis zum Juni 1980 "die Elmsteiner Filmbühne". Die Idee ein Gästehaus zu eröffnen konnte aufgrund ständiger Finanzschwäche der sich als Kommunarden verstehenden Bewohnerinnen und Bewohner nicht verwirklicht werden.

  Zum 01.01.2007 übernahm nun das Ehepaar Bernd Elsner und Dr.Gisela Scheriau das Anwesen und begann das Haus seiner alten Bestimmung zurückzugeben.













 
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